Die auf Glut gebackene Legende: der Weg des Baumstriezels von Siebenbürgen zum Weltruhm

Wenn es eine Süßspeise gibt, deren Duft die Menschen schon von Weitem anlockt, dann ist es der mit karamellisiertem Zucker überzogene Baumstriezel. Dieses besondere, zylinderförmige Gebäck ist heute einer der wichtigsten Botschafter der ungarischen Gastronomie, doch seine Geschichte reicht weiter zurück, als man denken würde.

Woher stammen Name und Form?
Der Name „Baumstriezel“ basiert auf einem äußerst anschaulichen Vergleich: Die Form des frisch gebackenen, dampfenden Teigzylinders erinnert verblüffend an den Rauchabzug („Kürtő“) alter Küchen.
Obwohl die Familie der über Glut gedrehten Teige (wie der deutsche Baumkuchen oder der tschechische Trdelník) recht groß ist, ist der Baumstriezel insofern einzigartig, als der Hefeteigstreifen spiralförmig um einen Holzspieß gewickelt wird. Das erste bekannte Rezept wurde im siebenbürgischen Kochbuch der Gräfin Mária Mikes von Zabola aus dem Jahr 1784 gefunden, damals jedoch noch ohne süße Beschichtung. Die heute charakteristische knusprige Zuckerschicht entstand erst Ende des 19. Jahrhunderts, als Kristallzucker breiter verfügbar wurde.
Warum ist er in den letzten Jahren so beliebt geworden?
Der Erfolg des Baumstriezels liegt darin, dass er Tradition mit modernen Ansprüchen verbinden konnte. Die Street-Food-Revolution hat ihn aus dem Jahrmarktumfeld herausgehoben und zu einem festen Bestandteil der urbanen Gastronomie gemacht. Innovationen – wie besondere Toppings oder gefüllte Varianten – machten ihn auch visuell für jüngere Generationen attraktiv, während Duft und Zubereitung weiterhin ein nostalgisches Erlebnis bieten. Heute ist er nicht nur eine Süßspeise, sondern ein Ritual, das sowohl Touristen als auch Einheimische suchen.
Wo kann man den echten probieren?
Wer einen authentischen Baumstriezel probieren möchte, sollte den Baumstriezel-Stand auf der Zitadelle besuchen. Hier sind neben den traditionellen, knusprig-zuckrigen und walnussbestreuten Varianten auch besonders ausgefallene Versionen für moderne Naschkatzen erhältlich: Besucher können Varianten mit erfrischendem Eis oder cremiger Nutella kosten, während sie eines der schönsten Panoramen von Budapest genießen.



